Kreisverband Wuppertal

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5. Bildung 2020 für alle

5.1 Frühkindliche Bildung: Gute KiTa für alle

Wuppertal hat große Probleme, den Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Tageseinrichtung für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zu erfüllen. Dies liegt vor allem daran, dass die Personalsituation bei Erzieher*innen sehr schlecht ist und viele Kita-Gruppen gar nicht erst eröffnet werden können. Krankheitsbedingte Ausfälle können kaum abgefangen werden.

DIE LINKE setzt sich ein für

* mehr Personal für die Kitas durch Fortbildungsangebote für Kinderpfleger*in zum/zur Erzieher*in und attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen (praxisorientiert, Wohnortnähe und übertarifliche Bezahlung).

* die Klassifizierung des Berufes „Erzieher*in“ als Mangelberuf, um eine Finanzierung von Ausbildungen oder Umschulungen durch das Jobcenter gewährleisten zu können.

* längere Betreuungszeiten in den Kitas von 7 – 20 Uhr für alle Eltern.

* die Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Kita-Platz. Dieser sollte gebührenfrei und in Wohnortnähe sein, unabhängig vom sozialen Status der Eltern. Der Rechtsanspruch soll auch für Erwerbslose gelten.

* eine Erhöhung des Personalschlüssels, um gewährleisten zu können, dass die Kinder bestmöglich betreut, gefördert und auf die Schule vorbereitet werden.

Tagespflege lehnt DIE LINKE nicht grundsätzlich ab. Für manche Eltern stellt diese Form der Betreuung eine praktikable Lösung dar. Auch unter dem Gesichtspunkt frühkindlichen Bindungsverhaltens könnte Tagespflege eine angemessene Betreuungsmöglichkeit darstellen. Jedoch müssen dafür die Rahmenbedingungen erheblich verbessert werden.

DIE LINKE fordert:

* bessere Qualifizierung von Tagespflegeeltern. Ein 164-stündiger Crashkurs ist unzureichend. Die Fachdiskussion geht eher dahin, Erzieher*innen in Zukunft an Fachhochschulen auszubilden.

* die fachliche Begleitung der Tagespflegeeltern durch das Jugendamt bzw. beauftragte freie Träger massiv auszubauen.

* die Tagespflegeplätze auch für die Tagesmütter und -väter arbeitsrechtlich und finanziell sicher zu gestalten, um einer vorherrschenden „Scheinselbstständigkeit“ entgegenzuwirken. Die Vergütung muss sich an der Arbeitszeit und nicht an der Anzahl der betreuten Kinder orientieren. Man arbeitet, also muss man auch voll und gerecht bezahlt werden.

5.2 Gute Schule für alle

Die Wuppertaler Schullandschaft muss an den Interessen der Kinder und ihrer Eltern orientiert langfristig geplant werden. Sie muss sich an pädagogischen Zielen und langfristigen demographischen Entwicklungen orientieren.

DIE LINKE wird sich außerdem für den gebundenen Ganztag einsetzen, da wir der Meinung sind, dass hier eine soziale Plattform des gemeinsamen Lernens geboten wird, welche die Kindesentwicklung stärkt.

DIE LINKE fordert:

* Erhalt und Ausbau der Schulsozialarbeit.

* den kostenfreien Ganztag für alle Schüler*innen, um den Schulalltag der Kinder zu erleichtern und den Familien die Möglichkeit zu geben, einer Erwerbsarbeit nachgehen zu können.

Einige städtische Grundschulen sind konfessionell gebunden. Diese müssen nicht alle Kinder aufnehmen. Sie grenzen somit aus, da hier nicht alle Kinder aus allen Milieus aufgenommen werden müssen. Es ist in unseren Augen deutlich, dass eine Auswahl der Schüler*innen, die durch eine konfessionell geführte Schule vorgenommen wird, nichts mit einer guten Schule für alle zu tun hat. Das NRW- Schulgesetz verhindert derzeit die Rückwandlung durch die Kommune.

DIE LINKE fordert:

* keine weitere Umwandlung von städtischen Schulen in Konfessionsschulen.

5.3 Grundschulen: Ungleiches ungleich behandeln

Im Rahmen der vom Land verfügten Vorschriften dürfen die Kommunen die Klassengrößen selber regeln.

Dadurch entstehen in Wuppertal in dicht besiedelten Gebieten (Innenstadtlage) übervolle Klassen, wohingegen in lockerer Bebauung (Randgebiete, Grünlagen) oftmals kleine Klassen vorherrschen. Da die dicht besiedelten Gebiete oftmals durchschnittlich ärmer sind, entsteht hier eine zunehmende soziale Ungerechtigkeit.

DIE LINKE fordert:

* eine gerechte Verteilung kleiner Klassengruppen, insbesondere in Grundschulen mit vielen sozial- und/oder bildungsbenachteiligten Kindern.

* Die Realisierung einer besseren personellen und sächlichen Ausstattung. Dies muss präzise und „schulscharf“ umgesetzt werden, um die mangelhafte Ausstattung an den überfüllten Schulen zuerst zu verbessern.

* die Wiedereinführung der wohnortnahen Schuleinzugsbezirke nach dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“

* Ausbau von mindestens zwei Räumen pro Klasse als Standard.

Es ist ein Ärgernis für viele Eltern, dass sie für den Ganztagsunterricht oft keinen Platz erhalten. Außerdem ist das ganztägige Abwechseln von Lern- und Spiel-Sport-Situationen pädagogisch sinnvoll. Eine solche Rhythmisierung führt zu einer Entspannung im Schulalltag eines Kindes.

Auf Initiative der Linksfraktion hat die Verwaltung im letzten Jahr eine Anfrage an das Schulministerium zum gebundenen Ganztag geschickt, welche von diesem leider abgelehnt wurde.

Bis eine neue Landesregierung endlich den gebundenen Ganztag genehmigt, strebt DIE LINKE den 100%-igen Ganztag an, um den bestmöglichen Zustand für alle Kinder zu erreichen. Daher tritt DIE LINKE-Ratsfraktion für den gebundenen Ganztag ein. DIE LINKE wird auf die Umsetzung des „Bildungs- und Teilhabe-Gesetzes“ achten und vermehrt über die Möglichkeiten für Erziehungsberechtigte informieren. DIE LINKE-Ratsfraktion will schon jetzt Vorbereitungen treffen, damit alle Eltern, die einen Ganztagsplatz wünschen, diesen auch bekommen.

5.4 Sekundarstufe I: Eine Schule für alle

Elternbefragungen – kommunale Schulentwicklungsplanung

Immer wieder werden die Wünsche der Eltern nach einem Gesamtschulplatz oder nach Plätzen im Ganztag zurückgewiesen. Daher setzt sich DIE LINKE-Ratsfraktion für Elternbefragungen ein, nach denen sich die Wuppertaler Schulentwicklungsplanung laut Schulgesetz richten muss. Dieses Recht der Eltern auf Planung nach ihren Wünschen wird oftmals nicht ernst genommen.

Damit könnte auch endlich das Recht auf einen Gesamtschulplatz für jährlich 350-400 Schüler*innen umgesetzt werden, die jedes Jahr abgelehnt werden.

DIE LINKE wird sich, nachdem die 7. Gesamtschule nun beschlossen ist, dafür einsetzen, dass sie schnellstmöglich gebaut wird, da es in unseren Augen ein Unding ist, dass die Anmeldungen von über 400 Kindern im letzten Jahr abgelehnt werden mussten. Mit dieser 7. Gesamtschule wird der Bedarf nicht befriedigt, deswegen fordern wir mindestens eine 8. Gesamtschule.

5.5 Sekundarstufe II: Oberstufenzentrum

Viele Gymnasien und Gesamtschulen haben in der Oberstufe nicht genügend Schüler*innen, um ein breit gefächertes Wahlangebot an Leistungskursen und Grundkursen aufrecht zu erhalten.

Das führt zu einem eingeschränkten Bildungsangebot. Dem versuchen viele Schulen durch Kooperation zu begegnen, was mit enormem Fahraufwand für Schüler*innen und organisatorischem Aufwand für Lehrkräfte und Schulorganisation verbunden ist. Zudem ist die Kooperation zwischen unterschiedlichen Fächern für Projekte kaum zu bewerkstelligen.

Daher setzt sich DIE LINKE-Ratsfraktion für Oberstufenzentren in den gymnasialen Oberstufen ein, die mehrere Oberstufen im Stadtteil zusammenfassen. Das ist besonders sinnvoll, weil die dezentralen Oberstufen oftmals das Problem haben, einige Kurse nicht anbieten zu können, weil zu wenige Schüler*innen diese wählen.

Langfristig könnten diese Oberstufenzentren auch mit den Berufskollegs zusammenarbeiten, um weitere Qualitätssteigerungen und ein größeres Angebot zu erzielen.

5.6 Ausbildung verbessern – Ausbildungszentren stärken

Trotz angeblichem Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern suchen viele Jugendliche vergeblich einen Ausbildungsplatz. Vor Ort finden sie zudem sehr viele und sehr unterschiedliche Beratungsangebote, die teilweise mehr verwirren als helfen. Das Beratungsangebot muss sich zuvorderst an den Interessen der Jugendlichen ausrichten, nicht an Institutionen bzw. Schulformen.

Um die Ausbildungschancen der Menschen zu erhöhen, sollten die Schulverwaltung und das Jobcenter die IHK ansprechen und mit dieser vereinbaren, auch Schüler*innen mit niedrigeren Schulabschlüssen einzustellen.

Hier will DIE LINKE-Ratsfraktion die kommunale Steuerung stärken:

Berufskollegs, Arbeitsagentur, BIZ und kommunale Bildungsberatung sollen verknüpft werden, Stadt und Arbeitgeber sollen einen Pakt schließen, so dass Jugendliche einen einzigen zentralen Anlaufpunkt erhalten und nicht in einem Meer von Beratungs- und Förderorten untergehen. Sie müssen dabei schulisch oder von der Weiterbildung begleitet werden, so dass sie immer auf Hilfe vertrauen können.

5.7 Inklusion im Bildungsbereich

Inklusion muss von den Beteiligten aus gedacht werden, nicht nach Ressorts verwaltet werden.

Deshalb wird DIE LINKE-Ratsfraktion weiterhin eine integrierte Förderplanung einfordern, die die Unterstützung für die Betroffenen aus den verschiedenen Fördermaßnahmen nicht den Eltern aufbürdet.

Bisher gibt es noch in den Kommunen Gebäude der Förderschulen. Auch wenn Förderschulen zukünftig durch schulische Inklusion reduziert werden, fordert DIE LINKE den Erhalt dieser städtischen Räumlichkeiten. Diese sollen in Förderzentren für Schülerinnen und Schüler bei gravierenden Beeinträchtigungen sowie für die Fortbildung des Personals umgewandelt werden. Daher wird DIE LINKE-Ratsfraktion eine Raumplanung für Inklusion einfordern.

Wir setzen uns weiter dafür ein, dass die Schulen, die mit der Aufgabe der Inklusion betraut werden, mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet werden, um diese zu stemmen. Dementsprechend werden wir die Bildung von Gemeinschaftsschulen unterstützen, um die bestmögliche Ausstattung für Lehrkräfte und Schüler*innen anbieten zu können.

Im Bereich der Inklusion wird DIE LINKE in den nächsten fünf Jahren auf das Modell der Schwerpunktschulen setzen. Dies geschieht aus der Not heraus, da das Land NRW keine ausreichenden Mittel zur Verfügung stellt, um die Inklusion auf einem qualitativ guten Weg zu gestalten. Das Problem bei der mangelnden Ausstattung liegt in der fehlenden Stundenabdeckung durch sonderpädagogische Betreuung. Weil dem Kind im Einzelfall lediglich eine sehr geringe Stundenzahl zugesprochen wird, befinden sich auch die Sonderpädagogen*innen nur selten an einer Schule und sind so nicht spontan einsetzbar, was den Schulalltag für Kinder mit Bedarf sehr erschwert. Die Schwerpunktschulen sollen eben diese Stunden bündeln, um die alltäglichen Probleme zu lindern. Dies kann jedoch nur eine Übergangslösung sein, bis eine Landesregierung endlich entscheidet, einen Weg hin zu tatsächlicher Inklusion zu gehen. Außerdem ist es notwendig, dass an allen Schulen die Räumlichkeiten für individuelles Lernen geschaffen werden.

DIE LINKE fordert:

* aktive Unterstützung der inklusiv unterrichteten Kinder mit allen technischen und digitalen Mitteln. Hierzu zählt auch eine qualitativ hohe Grundausstattung der Schulen.

5.8 Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit

Die Verwaltung sollte die Eltern über ihre Rechte auf Erhalt der natürlichen Mehrsprachigkeit informieren, d.h. sie sollte Herkunftssprachlichen (HSU) Unterricht für ihre Kinder einrichten, idealerweise schulnah.

5.9 Digitalisierung in Schulen: Hardware ist nicht alles

Das Lernen der Zukunft muss auch digitales Lernen einschließen, was natürlich nicht bedeutet, dass Stift und Papier ausgedient haben. Diese gilt es nun sinnvoll zu ergänzen, nachdem die Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen sind.

DIE LINKE fordert:

* Als Instandhaltungsmaßnahme muss die Stadt für die Schulen ausreichend viele Systemadministrator*innen zur Verfügung stellen, da anderenfalls die Wartung der Geräte nicht gewährleistet werden kann.

* Die Verwaltung muss die Beratung für Hard-, Software und Unterrichtsmaterialien der Schulen sicherstellen.

* Open Source wird dringend benötigt. Es darf nicht mit den persönlichen Daten der Schüler*innen Geld verdient werden.

* Die Schulen benötigen eine schuleigene Cloud, um ihre Daten sichern zu können, ohne dass sie das Schulgebäude verlassen müssen.

* Auch hier gilt: Die besonders schlecht ausgestatteten Schulen zuerst.

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