DIE LINKE.
Am Rande von Vohwinkel wird es eine neue private Ersatzschule geben. Was ist daran so besonders? Es handelt sich um eine Realschule, die von einem türkischen Verein gegründet wurde – und in der vor allem türkische Schüler/innen angemeldet sind.
Das Schulsystem in NRW diskriminiert türkische Kinder
Wer Kenntnisse des NRW-Schulsystems hat, weiß nicht erst seit PISA und anderen Schuluntersuchungen, dass die Kinder türkischer Herkunft viel weniger Chancen haben, einen guten Schulabschluss zu erreichen bzw. gefördert zu werden. Das liegt weniger am Unwillen von Lehrkräften als vielmehr an den Lehrplänen, die die Kenntnisse (sprachliche, kulturelle) der Kinder nicht abrufen; außerdem müssen Kinder mit türkischer Familiensprache anders als die deutschsprachigen sprachlich gefördert werden. Auch dazu fehlt oftmals die Qualifikation der Lehrkräfte wegen mangelnder Aus- und Fortbildung. Dies sind nur wenige Aspekte, die aber die Motive der Eltern eher verständlich machen.
Die Motive der Eltern sind verständlich
„Ich kann die Motive der Eltern verstehen. Sähe ich, dass mein Kind im Schulsystem weniger Chancen hätte, würde ich vielleicht auch eine private Ersatzschule wählen!“ So kommentiert Gunhild Böth, für die LINKE im Rat und im Schulausschuss, die Anmeldezahlen.
die Wahl der Schule nicht!
Allerdings erscheint unklar, ob die Schule am Boltenberg die Erwartungen der Eltern erfüllen kann. „Förderung von natürlich-mehrsprachigen Kindern steht und fällt mit dem Ausbau der Familiensprache, hier also Türkisch,“ so Böth. Dies bietet die Schule aber gar nicht an; d.h., diese Schule kopiert nur ein schlechtes Schulsystem, das die Mehrsprachigkeit der Kinder vernachlässigt und genauso ignoriert wie das Regelschulsystem.
Alternativen der LINKEN
Kritik allein, wie sie derzeit auch in den örtlichen Zeitungen geübt wird, reicht allerdings nicht aus. Wenn die Förderung ALLER Schüler/innen in der Stadt mit nicht-deutscher Familiensprache stärker in den Blickpunkt der Verantwortlichen geriete, müsste der Stadtrat folgende (bereits gestellten) Anträge der LINKEN unterstützen:
- Die Stadt organisiert an den Schulen ein besseres Angebot an Muttersprachlichem Unterricht als bisher.
Die Schulstatistik zeigt zudem, dass Migrantenkinder an Gesamtschulen besser abschneiden als an anderen Schulformen. Deshalb muss der Mangel an Gesamtschulplätzen umgehend behoben werden.
- Die LINKE hatte beantragt, die Schulen in Vohwinkel zusammenzulegen und alle zusammen unter Nutzung aller Gebäude als eine Gesamtschule weiterzuführen.
Bildung und Erziehung dürfen nicht privaten Interessen untergeordnet werden
„Die Gesamtschule Vohwinkel leistet sowohl aufgrund ihrer Konzeption als auch durch das Engagement der an ihr unterrichtenden LehrerInnen unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden bescheidenen Landesmittel hervorragende Integrationsarbeit“, so Karl Hundsdörfer, Mitglied der Vohwinkeler Bezirksvertretung für DIE LINKE.
Diese Ansicht vertritt auch der Vohwinkeler Bezirksbürgermeister, Heiner Fragemann.
Karl Hundsdörfer weiter: „Deshalb dürfen weder das Land NRW noch die Stadt Wuppertal diesen Anstrengungen entgegenwirken, indem sie die hierfür so dringend benötigten finanziellen Mittel noch weiter einschränken und privaten Interessen auch in dieser öffentlichen Angelegenheit Vorschub leisten“.
Die Privatschule Boltenheide bindet mit ihrer Inbetriebnahme rund eine halbe Million Euro jährlich an öffentlichen Landesmitteln, die der Stadt Wuppertal dann zur Besserung der prekären Situation ihrer Regelschulen fehlen.
Deshalb unterstützt auch Karl Hundsdörfer vorbehaltlos die Forderung der GEW Wuppertal nach einem ‚Masterplan Schule und Bildung’ für Wuppertal.