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Schulentwicklung in Wuppertal und Elternwille: Zwei Welten treffen aufeinander!

Wie in jedem Jahr wünschten sich auch 2009 wieder viel mehr Eltern einen Platz an der Gesamtschule als zur Verfügung stehen: Über 500 Kinder mussten abgewiesen werden!
 
Warum wollen so viele Eltern für ihre Kinder einen Gesamtschulplatz?

- Trotz Hauptschul-Empfehlung der Grundschule:
In Wuppertal haben fast alle Hauptschulen nur deshalb Bestand, weil ihre Schülerinnen und Schüler von anderen Schulformen abgewiesen werden (von Gesamtschulen, von Realschulen). Kein Elternteil meldet freiwillig sein Kind dort an, denn die Eltern wissen, dass ihr Kind auch mit einem guten Hauptschul-Zeugnis nur geringe Chancen auf dem Lehrstellenmarkt hat. Also ziehen die Eltern Gesamtschulen vor.

- Trotz Gymnasialempfehlung der Grundschule:
Das ungeliebte „G8“ (Abitur nach 8 Jahren) hat dazu geführt, dass die Kinder bis zu 38 Unterrichtsstunden ableisten müssen – und dann folgen noch Hausaufgaben, Vorbereitung auf Klassenarbeiten etc. Diesen Stress wollen viele Eltern ihren Kindern nicht antun und entscheiden sich für die Gesamtschule, die in 9 Jahren ohne zum Abitur führt.

Auch die Aufstockung um drei neue Klassen, die jetzt beschlossen wurde, löst nicht das Problem, denn über 500 Kinder wurden von den Wuppertaler Gesamtschulen abgewiesen. Es muss eine grundsätzlichere Lösung her!

Wenn Eltern keine Hauptschulen mehr wollen, dann sollte man sie schließen und die Kinder in Gesamtschulen unterrichten! Allein aus ideologischen Gründen („Rettet das gegliederte Schulsystem!“) hält die Ratsmehrheit daran fest, obwohl alle Bildungsforscher und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Hauptschule für schließungsbedürftig halten!

Der Vorschlag der LINKEn: Statt Schulschließungen Gesamtschul-Dependancen

Bekanntlich schrumpft die Bevölkerung in Wuppertal. Diese demographischen Rückgänge könnten in demographische Gewinne umgekehrt werden, wenn man – statt Schulen zu schließen – deren Gebäude den Gesamtschulen zuschlagen würde, damit die Gesamtschulen sich erweitern könnten – so wie die Eltern es wollen!

Jede Gesamtschule könnte die zurzeit als Hauptschulen genutzten Gebäude erhalten und als Zweigstellen nutzen. So könnte man zu große Schulen, die unübersichtlich werden, vermeiden, die Kinder fühlten sich geborgen und alle hätten den erstrebten Gesamtschulplatz. Zudem verteilten sich die Gesamtschulplätze quer durchs Stadtgebiet, so dass eher als bisher eine wohnortnahe Schulversorgung möglich wäre.

Die Gesamtschulen würden dadurch aber nicht nur Kinder mit Hauptschulempfehlungen aufnehmen, sondern endlich könnten auch alle diejenigen an die Gesamtschulen, die zurzeit mit einer Realschul- oder Gymnasialempfehlung abgewiesen werden müssen.

„Eine Schule für Alle!“ bleibt das Ziel

Langfristig müssen aber nicht nur Plätze an Gesamtschulen geschaffen werden, sondern die Art, wie in NRW Schule funktioniert, muss sich ändern. Die Linke fordert die „Eine Schule für Alle!“,
- die die individuelle Förderung aller Kinder zum Ziel hat, so wie es in den skandinavischen Ländern schon lange durchgeführt wird,
- in der es kein „Sitzenbleiben“ gibt, sondern Kinder gefördert werden, um das mittlere Niveau zu erreichen,
- in der es keine Hausaufgaben gibt,
- in der ein kostenloser Ganztag selbstverständlich ist und
- die mit einer besseren Personal- und räumlichen Ausstattung  endlich modernen Unterricht organisieren kann,
-in der Lehrkräfte keine Fächer unterrichten sondern Kinder!

Dahin zielen die Forderungen der LINKEn, die für den Landtag kandidiert. Nur in der Kommune lässt sich Schule nicht grundlegend ändern, aber erheblich verbessern oder verschlechtern!
Gunhild Böth