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Ein Zwischenruf

Gestärkt aus der Krise?

Gebetsmühlenhartig wiederholt die Kanzlerin Merkel ihre Botschaft: „Wir werden stärker aus der Krise hervorgehen, als wir in sie eingetreten sind.“ Diese Nebelkerze wird von der überwiegenden Zahl der Medien weitergereicht.

Wie glaubhaft oder wie real kann eine solche Behauptung sein? Kann sie überhaupt einer Überprüfung standhalten?

Ich sage NEIN! Stellen wir also einen Vergleich an.

Ein Patient, der mit schweren inneren Verletzungen auf der Intensivstation eingeliefert wird, kann diese durchaus gestärkt wieder verlassen. Voraussetzung ist, dass bei der Einlieferung eine richtige Diagnose gestellt wird und das ein gutes Team aus Pflegern und Ärzten dem Patienten Soforthilfe angedeihen lässt, einschließlich einer guten Therapie und Nachsorge.

Betrachten wir nun die Patienten Euroland und Deutschland, dann lassen sich folgende Beobachtungen anstellen. Ein qualifiziertes Team am Op-Tisch ist nicht in Sicht. Angelernte Hilfskräfte verabreichen Beruhigungsmittel. Der Finanzminister hat allenfalls Wadenwickel im Angebot. Diagnosen laufen ins Leere

Finanzgurus, die jahrelang Gift verabreichten, treten in Beraterkreisen als Medizinmänner in Erscheinung. Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist nachhaltig gestört!

Im Daily Telegraph waren im Februar einen Tag lang folgende Zahlen zu lesen. Die Vermögenswerte der Banken im Euroraum haben ein Volumen von 42 Billionen €. Davon sollen 44% sogenannte Schrottpapiere sein, was einem Volumen von 18,3 Billionen € entspricht. Weltweit sollen im Finanzsystem 62 Billionen $ Schrott als sogenannte CDS (Credit-Default-Swaps) vor sich hinfaulen. Dagegen wirkt der so oft zitierte Schuldenstand Deutschlands von 1,6 Billionen Euro wie eine kleine Erkältung.

Fazit: Frau Merkel hat den Realitätsinn verloren. Die Physik scheint ihr bei der Eischätzung der Lage wenig hilfreich zu sein. Von Nichts kommt Nichts! Oder ist etwa Wahlkampf?
Ludger Spellerberg