Mieterinnen und Mieter sind empört!
Seit längerer Zeit beklagen Mieterinnen und Mieter der Vohwinkeler Wohngebiete Engelshöhe und Elfenhang den schlechten Zustand ihrer Wohnungen. Die Vermieter scheinen Spekulanten zu sein, denen der Zustand der Wohnungen gleichgültig ist. Die Vohwinkeler Stadtteilgruppe DIE LINKE hatte zu einer Mieterversammlung eingeladen mit der Stadtverordneten Elisabeth August, einer Expertin in Sachen Mietrecht und Wohnungswesen.
Schlimm genug ist es, dass Wohnungen und Häuser ganz einfach verkauft werden können, ohne dass Rücksicht auf Interessen von Mieterinnen und Mietern genommen werden muss. Noch schlimmer ist es, wenn Häuser – große Mietshäuser – an sogenannte „Investoren“ verkauft werden.
Solche Investoren investieren nämlich in aller Regel nicht in die gekauften Häuser, sondern nur in den eigenen Gewinn. Das Ergebnis müssen die Mieterinnen und Mieter am Elfenhang und der Engelshöhe jetzt erleben.
Vor einiger Zeit wurden die Häuser an zwei „Investoren“ verkauft, einer davon hat seinen Sitz auf der Isle of Man und firmiert unter dem Namen „Bluebirch“, bei der anderen Firma handelt es sich um eine „Beate Erste Property Holding GmbH & Co. KG“, mit Sitz in Frankfurt.
Wochenlang war in einem Haus an der Engelshöhe die Wasserversorgung in den Küchen der Wohnungen ausgefallen. Erst nachdem Mieterinnen und Mieter sich an die Öffentlichkeit gewandt hatten, wurden die Wasserleitungen in Ordnung gebracht. In vielen Wohnungen funktionieren die Heizungen – großenteils noch Nachtspeicheröfen – nicht oder mangelhaft. In vielen Wohnungen hat sich Schimmel gebildet.
Welche Möglichkeiten bleiben?
Noch gibt es in Wuppertal eine kommunale Wohnungsaufsicht, die eingeschaltet werden kann, wenn Wohnungen so gravierende Mängel haben, dass sie nicht mehr den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen. Natürlich können säumige Vermieter auch vor dem Amtsgericht verklagt werden, aber Prozesse kosten Geld und dauern lange. Ein Hauptproblem: oft wird den betroffenen Mieterinnen und Mietern gar nicht erst mitgeteilt, wo sie die neuen Eigentümer erreichen können.
Auf jeden Fall besteht die Möglichkeit, wenigstens die Miete zu mindern, bis die Wohnungen wieder in Ordnung sind. Nur geht von einer Mietminderung der Mangel nicht weg. Und unzulängliche Heizungen sind gerade im Winter eine Zumutung und führen schnell zu neuer Schimmelbildung.
Mieterinnen und Mieter aus den Häusern Engelshöhe und Elfenhang haben sich jetzt zusammengetan um gemeinsam mehr zu erreichen. Als erstes wird eine Liste aller Mängel erstellt und zugesehen, dass zur Behebung der schlimmsten Missstände die Eigentümer von der örtlichen Wohnungsaufsicht verpflichtet werden. Rechtlich darf die Stadt soweit gehen, selbst Reparaturen auf Kosten der Eigentümer zu veranlassen, wenn diese nicht reagieren.
Zweifelhaft aber, ob dies in Wuppertal geschehen wird und die Stadt bereit ist, zur Vorfinanzierung solcher Reparaturen.
Wichtig ist, dass die Betroffenen gemeinsam handeln, sich Gehör verschaffen, bei der Stadt und in der Öffentlichkeit, damit auch Vermieter, die lieber ihre eigenes Geldvermögen pflegen sich genötigt sehen, die dringenden Reparaturen zu veranlassen.