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Abwohnen: DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS!

Engelshöhe und Elfenhang:Spekulanten lassen Wohnhäuser verkümmern

Nachdem in den Jahren 2007 und 2008 viele Wohnhäuser in Wuppertal an sogenannte Investoren verkauft wurden, zeigen sich jetzt zunehmend die Folgen: Die „ Investoren“  investieren keinesfalls Gelder zum Erhalt der Wohnungen sondern lassen diese verkommen. Diese Strategie hat den schönen Namen „Abwohnen“ erhalten. Es wird gewartet, bis der letzte Mieter aus einem kaputten Haus ausgezogen ist, dann kann dieses abgerissen und das Grundstück lukrativ weiterverwertet werden.

Zu sehen waren die Folgen einer solchen Wohnungspolitik während der letzten zwei Jahre an Wohnhäusern in Vohwinkel, Am Elfenhang und an der Engelshöhe. Gebaut wurden die Häuser vor einigen Jahrzehnten von einer Klein-Siedlungsgesellschaft, deren Aufgabe es war, bezahlbare Wohnungen zu errichten, dauerhaft zu erhalten und zu vermieten. Diese Häuser wurden vor einigen Jahren an eine britische Investorengruppe verkauft, die dann in Frankfurt eine mehrschichtige GmbH gründete, welche die Anwesen in Deutschland verwalten sollte.

 

Natürlich waren die Wohnungen nicht auf dem neuesten Stand. Zwar gibt es Thermopanefenster, aber an der Erneuerung der Beheizung wurde gespart. Nachtspeicheröfen fielen aus und wurden entweder gar nicht oder erst nach langem Kampf ausgetauscht – oft gegen gebrauchte Geräte, die aus leer stehenden Wohnungen des Hauses genommen wurden. Damit entfiel die Möglichkeit, diese Wohnungen zeitnah neu zu vermieten - es gab dort ja keine Heizung mehr.  Im Laufe der Zeit entstand logischerweise Schimmel in den Wohnungen, weil eine gleichmäßige Wärme auch bei  funktionierenden Nachtspeicheröfen nicht zu erzielen ist und die kalten Außenwände gerade während der letzten beiden Winter feucht und schimmelig wurden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser schalteten schließlich die Wohnungsaufsicht der Stadt Wuppertal ein. Endlich schien sich etwas zu bewegen.

Auf Nachfrage teilte dann die Wohnungsaufsicht der Ratsfraktion DER LINKEN mit, man habe keine Mängel   gefunden, durch die der Nutzwert der Wohnung erheblich beeinträchtigt würde. Offensichtlich glaubte aber die Wohnungsaufsicht selbst nicht so ganz an ihre Feststellungen. Im nächsten Brief erklärte die Behörde: Die Eigentümerin werde – mit Darlehen der (öffentlichen) Kreditanstalt für den Wiederaufbau – die Häuser mit einer Wärmedämmung und mit neuen Zentralheizungen ausstatten!

Versprochen wurde auch, die inzwischen verwahrlosten Außenanlagen wieder in Ordnung zu bringen.

Wir werden dran bleiben!  Abgewendet worden ist jedenfalls das Konzept: Abwohnen bis die Häuser und die Wohnungen endgültig kaputt sind. Es gibt einige Problemviertel in Wuppertal, in denen derzeit noch nach diesem Motto verfahren wird.

MIT WOHNRAUM DARF ABER NICHT SPEKULIERT WERDEN!

WOHNEN IST EIN MENSCHENRECHT!

Elisabeth August